Die deutsche Glücksspielbehörde hat diese Woche ein formelles Prüfverfahren zu den Werbekampagnen von ADI Predictstreet zur Weltmeisterschaft eingeleitet. Die Untersuchung prüft, ob die Markenauftritte des Betreibers am Spielfeldrand gegen die nationalen Lizenz- und Marketingvorschriften verstoßen.
ADI Predictstreet erhielt im April eine Lizenz als Wettenvermittler in Gibraltar und wurde anschließend zum offiziellen Partner für den Vorhersagemarkt der FIFA-Weltmeisterschaft ernannt. Die Prüfung der GGL konzentriert sich auf die prominente Darstellung des Anbieters während der Turnierübertragungen, einschließlich der Eröffnungspartie Deutschlands im KiKa.
Die Behörden prüfen, ob der Dienst als nicht lizenzierte Glücksspielaktivität gilt und ob deutsche Bewohner die Plattform rechtlich nutzen können.
Regulatorischer Umfang und Marktumfeld
Deutsches Recht verbietet nicht lizenzierten Glücksspielanbietern das Marketing im Inland. Bei festgestellten Verstößen kann die Behörde gegen ADI Predictstreet und zugehörige Dienstleister, darunter Zahlungsabwickler und Hosting-Unternehmen, Unterlassungsverfügungen erlassen. Vertreter von ADI erklärten: „Wir führen keine Marketing- oder Werbetätigkeiten mit Zielrichtung Deutschland durch.“ Das Unternehmen führte die Sichtbarkeit in der Ausstrahlung auf globale Sponsoringvereinbarungen zurück.
Der deutsche Sender ZDF wies darauf hin, dass die Spielfeldrandgrafiken vom Ausstrahlenden bereitgestellt werden und unter den Medienstaatsvertrag fallen.
Die Prüfung steht im Einklang mit einem breiteren europäischen regulatorischen Wandel. Neun Glücksspielbehörden auf dem Kontinent haben kürzlich eine koordinierte Bewertung von Vorhersagemärkten eingeleitet. Der Sektor bleibt in den meisten europäischen Rechtsordnungen unreguliert, wobei Gibraltar als einziger formeller Lizenzierungshub steht, während mehrere Rechtsrahmen Vorhersagehandel als Glücksspiel einstufen.