Tim Miller, geschäftsführender Direktor der Gambling Commission, hat sich am Mittwoch auf der iGB Live mit der anhaltenden Debatte über Financial Risk Assessments (FRA) befasst. Er wies auf eine Diskrepanz zwischen der Aufsichtsbehörde und der Branche hin und diskutierte dabei den Zeitplan für die Umsetzung der Richtlinie.
Die Aufsichtsbehörde startete den FRA-Pilot im August 2024 und richtete sich zunächst an Spieler mit Netto-Monateinzahlungen von 500 £. Eine zweite Phase im Februar 2025 senkte diese Schwelle auf 150 £. Bis Mai 2025 berichtete die Kommission, dass 97 % der Kontrollen während der zweiten Hälfte des Pilotprojekts reibungslos verliefen.
Einige Vertreter des Sektors beschrieben die Richtlinie anfangs als neu verpackte Tragfähigkeitsprüfungen. Miller merkte an, dass Daten von Referenzagenturen die Identifizierung finanzieller Notlagen ermöglichen, ohne den Kundenprozess zu stören.
Umsetzungszeitplan und Branchenfeedback
Miller erkannte erheblichen Widerstand aus der Branche an und beschrieb die Situation als eine Diskrepanz. Er erklärte, dass einige Stakeholder den Zweck der Richtlinie aus den Augen verloren haben, der sich auf hochausgebende Kunden konzentriert, die Anzeichen finanzieller Notlage zeigen. Die Aufsichtsbehörde verzögerte ihre endgültige Entscheidung zur vollständigen Umsetzung im Mai.
Miller bestätigte, dass er noch kein konkretes Datum für die Einführung hat, und wies darauf hin, dass die Kommission sowohl für das Eilen als auch für das Verzögern der Richtlinie Kritik erhalten habe.
Der geschäftsführende Direktor befasste sich auch mit dem illegalen Glücksspielmarkt. Er kritisierte Technologieunternehmen dafür, britische Verbraucher im Stich zu lassen, indem sie Schwarzmarkt-Seiten und deren Marketing nicht schnell genug einschränken. Miller betonte, dass Affiliates und B2B-Lieferanten eine bedeutende Rolle in dieser Frage spielen.
Er drängte Betreiber, ihre Partner auf Sorgfaltspflicht zu prüfen, um sicherzustellen, dass sie keine Verbindungen zum Schwarzmarkt haben, und wies darauf hin, dass einige Unternehmen wie Entain diesen Ansatz bereits vorantreiben.
Miller kündigte seinen Ausscheiden aus der Gambling Commission bereits diese Woche an. Er erklärte, er bleibe dem Abschluss mehrerer Richtlinenänderungen vor seinem Weggang verpflichtet, und gab an, dass weitere Informationen im September verfügbar sein würden.