Kevin Warsh hat eine Modernisierung der Datenerhebung der Federal Reserve eingeleitet, wobei Prognosemärkte als mögliches Forschungsinstrument identifiziert wurden. Die Ankündigung erfolgte nach der jüngsten Sitzung der Zentralbank, bei der der Leitzins zwischen 3,5 % und 3,75 % beibehalten wurde.
Während einer Pressekonferenz am 17. Juni bildete Warsh eine Task Force, um die Abhängigkeit der Institution von etablierten Informationsquellen zu untersuchen. Der Ausschuss wird alternative Datensätze prüfen und die Erhebungsmethoden anpassen, um den Entscheidungsträgern aktuelle und handlungsrelevante Kennzahlen zu liefern.
Warsh charakterisierte die bestehenden Quellen als „altmodisch“ und verwies auf die Offenheit für Daten aus dem Privatsektor, während ein Sprecher der Federal Reserve weitere Auskünfte verweigerte.
Marktkontrakte und Zinsprognosen
Lizenzierte Prognosebörsen listen derzeit Verträge auf, die Inflationstrends, Beschäftigungsdaten, den Verbraucherpreisindex und das Bruttoinlandsprodukt verfolgen. Händler weisen auf Kalshi eine 75-prozentige Wahrscheinlichkeit für keine Zinssenkungen in diesem Jahr und auf Polymarket eine 80-prozentige Wahrscheinlichkeit zu.
Diese Einschätzungen weichen von den Prognosen vom 1. Januar ab, die auf Kalshi drei und auf Polymarket zwei Zinssenkungen vorsahen. Die revidierte Perspektive stimmt mit den wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Konflikts und anhaltenden Preisdrucks überein.
Die Federal Reserve nutzt seit 2012 vierteljährliche Dot-Plots und Vorhersagen des Direktoriums, um die Geldpolitik zu umreißen. Warsh hat sich zuvor gegen diese Praktiken der Vorabinformation ausgesprochen. Anfang dieses Jahres erreichten die US-Aktienmärkte Rekordstände, gestützt durch die Sektoren der künstlichen Intelligenz und der Industrie, während mehrere Gaming-Unternehmen aufgrund sektor spezifischer Herausforderungen eine schwächere Performance verzeichneten.